Ein Burnout hat schwerwiegende Folgen und mündet im schlimmsten Fall in einer Depression. Die Ausfallzeiten können dann bis zu 18 Monate betragen – mit erheblichen emotionalen und finanziellen Kosten sowohl für die betroffene Person als auch für das Unternehmen.
Um langen Ausfallzeiten vorzubeugen, ist es entscheidend, Erschöpfungszustände frühzeitig zu erkennen. Je früher erste Anzeichen wahrgenommen und richtig eingeordnet werden, desto kürzer sind die Ausfallzeiten.
Gerade in der Anfangsphase – der sogenannten Alarmphase – besteht die beste Chance, den Burnout-Kreislauf zu durchbrechen und wirksam zu intervenieren. Eine gezielte Investition in Früherkennung zahlt sich daher langfristig aus – für die Gesundheit der Mitarbeitenden und die Wirtschaftlichkeit im Unternehmen.
Das Burnout-Syndrom beschreibt einen Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Die Leistungsfähigkeit und Arbeitsmotivation nehmen deutlich ab – als Folge von permanenter beruflicher oder privater Überlastung.
Jede Aktivität, die wir tagsüber ausüben, bedeutet für unseren Körper und unser Gehirn Arbeit – auch dann, wenn sie uns Spaß macht. Dazu gehören zum Beispiel der Beruf, Kinderbetreuung, ehrenamtliche Aufgaben, Sport, Feiern oder Treffen mit Freunden und Familie.
Solange diese Faktoren positiv gestaltet sind und ein gesundes Gleichgewicht zwischen Anstrengung und Erholung besteht, stellt die alltägliche Belastung in Freizeit und Job in der Regel kein Problem dar.
Kritisch wird es jedoch, wenn die Anforderungen zunehmen oder die Faktoren negativ geprägt sind – etwa durch Zeitdruck, Konflikte am Arbeitsplatz, unsichere Beschäftigungsverhältnisse oder schwierige Arbeitsbeziehungen.
In solchen Fällen beginnt die quantitative oder qualitative Überlastung.
Auf Dauer führt diese Überlastung zu körperlichen und psychischen Reaktionen bis hin zur Depression.
Berufliche Anforderungen
Private Anforderungen
Quelle: 12-Phasen-Modell der Psychologen Freudenberger und North
Die Phasen des Burnout-Kreislaufes folgen einer bestimmten Reihenfolge, können jedoch individuell variieren – einzelne Phasen können unterschiedlich lang andauern oder die Intensität unterscheidet sich. Beides hängt von der persönlichen Konstitution und Situation der Betroffenen ab.
Das Burnout-Syndrom wurde zunächst als „Krankheit der Helferberufe“ bekannt, da es vor allem in Kliniken bei engagierten Pflegekräften auftrat. Heute betrifft es viele Berufsgruppen, unabhängig vom Alter und die Auslöser haben sich seit den Studien von Freudenberger und North (1992) verändert.
Meist beginnt Burnout mit einer qualitativen oder quantitativen Überlastung – etwa durch zu viele Aufgaben, Zeitdruck, Konflikte am Arbeitsplatz, ständige Unterbrechungen oder private Belastungen.
In der Widerstandsphase versuchen Betroffene, die steigenden Anforderungen durch noch mehr Einsatz zu bewältigen. Typisch sind Maßnahmen wie Überstunden, der Verzicht auf Pausen oder ein erhöhtes Arbeitstempo – meist mit dem Ziel, die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.