Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
(GB Psyche)

Gesetzliche Verpflichtung zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Arbeitgeber:innen sind seit 2013 gemäß § 5 Abs. 3 Nr. 6 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) verpflichtet, neben physischen auch psychischen Belastungen am Arbeitsplatz systematisch zu erfassen und zu beurteilen. Ziel ist es, sämtliche Gefährdungen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Beseitigung oder größtmögliche Minimierung der Gefährdungen abzuleiten.

Die Gefährdungsbeurteilung ist weniger komplex, als es zunächst erscheint – mit einer strukturierten Vorgehensweise lässt sie sich effektiv umsetzen:

Evaluation von Arbeitsbedingungen

Evaluation von Arbeits- und Organisationsprozessen

Was sind psychische Belastungen am Arbeitsplatz?

Psychische Belastungen sind …

Faktoren am Arbeitsplatz, die sich negativ auf die Leistungsfähigkeit, die Arbeitsmotivation, die geistige und emotionale Gesundheit sowie das Wohlbefinden auswirken.

Psychische Belastungen werden erfasst …

mittels schriftlicher oder mündlicher Befragung Ihrer Mitarbeitenden.

Psychische Belastungen werden unterschieden …

nach berufsspezifischen und internen, strukturellen Belastungen.

Dauer und Ablauf einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Die psychische Gefährdungsbeurteilung (GB-Psyche) erfolgt in sieben Schritten und nimmt etwa 12–15 Monate bis zur Auswertung der Ergebnisse in Anspruch. Eine vorausschauende und sorgfältige Planung ist – wie bei jedem Projekt – entscheidend für den Erfolg.

Arbeitsbereiche oder Tätigkeitsgruppen festlegen
Psychische Gefährdungen ermitteln und nach der Intensität beurteilen
Ursachenanalyse und Lösungen generieren
Maßnahmen zur Beseitigung oder größtmöglichen Minimierung der Gefährdungen festlegen
Maßnahmen im Unternehmen durchführen
Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen
Gefährdungsbeurteilung in 3–5 Jahren wiederholen
Die Durchführung dauert in der Regel 12–15 Monate bis zur Auswertung.

Methode zur Ermittlung und Bewertung von psychischen Gefährdungen

Wissenschaftlich fundierte Fragebögen, z.B.:

Online-Fragebögen
Fragebögen in Papierfassung
Bei den Fragebögen wird zwischen Orientierungsverfahren und Screeningverfahren unterschieden. Beide dienen der Erfassung psychischer Belastungen, unterscheiden sich jedoch in der Tiefe, Zielsetzung und Aussagekraft.

Orientierungsverfahren

Ein grobes Einstiegsverfahren, das einen ersten Überblick über mögliche psychische Belastungen gibt.

z.B. Kurzbefragungen mit wenigen Fragen und einer dichotomen Antwortskala (trifft eher zu / trifft eher nicht zu)

Screeningverfahren

Screeningverfahren erheben Gefährdungen differenzierter, zeigen Belastungsschwerpunkte auf und ermöglichen eine Auswertung nach Berufsgruppen oder Arbeitsbereichen.

z.B. umfangreichere Fragebögen mit einer differenzierten Antwortscala und Branchenspezifika

Die Identifizierung psychischer Gefährdungen kann in Unternehmen durch interne, unabhängige Personen erfolgen – etwa durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement oder die Personalabteilung. Wenn entsprechende Kompetenzen vorhanden sind, empfehle ich diese zu nutzen. 

Bei einer erstmaligen Durchführung oder beim Einsatz eines Screening-Verfahrens ist jedoch die punktuelle Einbindung einer Arbeitspsychologin / eines Arbeitspsychologen sinnvoll. 

Methoden zur Ursachenanalyse und der Generierung von Lösungen

Ein Fragebogen zeigt wo Gefährdungen auftreten – die folgenden Methoden erklären, warum (Ursache), Zusammenhänge und was getan werden kann (Lösung). 
Diese Expertenverfahren sind tiefgehende Analyseverfahren, welche fachlich von Arbeits- und Organisationspsychologen:innen durchgeführt werden:

Mittels dieser Methoden entsteht eine Ursachen- und Lösungsliste für die Arbeitgeber, welche von den Mitarbeitenden aus der Praxis zusammengestellt wurde.

Fachliche Beratung und Durchführung

Referenzprojekte

Über die Jahre habe ich Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen in unterschiedlichen Branchen erfolgreich begleitet:

Möchten Sie eine Online-Erstberatung oder eine Ist-Analyse?

Als Arbeitspsychologin unterstütze ich Sie gern bei der erfolgreichen Umsetzung Ihrer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.